Pause

Nach­dem ich wie­der in Deutsch­land lebe und mein Auf­ent­halt in Madrid Ver­gan­gen­heit ist, gibt es hier erst­mal nicht viel zu erzäh­len. Spa­nisch ler­ne ich aktu­ell nur neben­her durch Fil­me oder Seri­en. Ich wer­de aber sicher­lich noch oft Male nach Spa­ni­en flie­gen (even­tu­ell schon 2012 wie­der) und lang­fris­tig sicher­lich auch nach Süd­ame­ri­ka. Zu die­sen Zei­ten wer­de ich die­ses Blog wie­der aktiv nut­zen — oder schon ab und zu frü­her, sobald ich mich wie­der aktiv mit der Spa­ni­schen Spra­che aus­ein­an­der­set­zen wer­de. (Wobei ich aktu­ell mei­nen Fokus auf dem Ler­nen von Por­tu­gie­sisch habe.)

Aktu­ell ist hier also Pau­se. Abon­nie­re den RSS-Feed, um dar­über infor­miert zu wer­den, sobald es hier etwas neu­es geben wird oder fol­ge mir auf einem der ande­ren Blogs bzw. Kanä­le, auf die du über mei­ne Haupt­sei­te andreas-klingler.de gelan­gen kannst.

Toledo

Fünf bis sie­ben Mal fuhr ich wäh­rend mei­nes Auf­ent­halts in Madrid ins nahe Tole­do — der alten Haupt­stadt der kas­til­li­schen Kro­ne. Von Madrid aus kann man es mit Fern­bus­sen in gut einer Stun­de errei­chen (für 8 Euro hin- und zurück) und ist defi­ni­tiv mehr als nur eine Rei­se wert. Die Alt­stadt liegt auf einer Anhö­he, die von drei Sei­ten von dem Fluss Tajo (gespro­chen: Tacho) umflos­sen wird. Außer weni­gen Plät­zen ist die Stadt ver­win­kelt und vol­ler enger Gas­sen mit alter­tüm­li­chen Häu­sern und teils sehr auf­wen­dig gestal­te­ten Fas­sa­den. Die engen Gas­sen sor­gen auch dafür, dass sich die Luft dort nicht zu sehr erhitzt. Abwechs­lung von dem Stadt­kern gibt es am Ufer des Tajo, durch den man am Fuße der Stadt fast ein­mal kom­plett um eben die­se lau­fen kann. Ich mag Tole­do und wer­de es sicher­lich noch öfters besu­chen. Wegen der Land­schaft ist es auch pho­to­gra­phisch dort wun­der­bar. Im fol­gen­den fin­det ihr eini­ge mei­ner Ein­drü­cke. Lei­der ist Tole­do auch die­je­ni­ge Stadt, die mei­ne DSLR be… hm.… „unter­was­sert” hat :-(. Sobald ich wie­der eine Kame­ra haben und mein Pho­to­blog fer­tig sein wird, wird es von mir noch einen Nach­schlag geben. 🙂 Wei­te­re Pho­tos fin­det ihr zum Bei­spiel bei flickr und im spa­nisch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia-Ein­trag.

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Qualitätsindikatoren für Bars und Restaurants

Das Aus­ge­hen in die all­ge­gen­wär­ti­gen Bars und Restau­rants gehört in Spa­ni­en zum All­tag. Das ist auch gera­de des­halb mög­lich, weil Bar-Besu­che und „nor­ma­le” Geträn­ke und Spei­sen dort in der Regel nicht teu­er sind. Gera­de in Regio­nen mit vie­len Tou­ris­ten gibt es jedoch vie­le Tou­ris­ten­fal­len, die teu­er und / oder schlecht sind. Im Lau­fe der Zeit habe ich ein Auge dafür bekom­men, wel­che Eigen­schaf­ten auf eine gute Bar hin­wei­sen. Die­se haben mir beson­ders in den letz­ten Mona­ten stark gehol­fen. Sie sind natür­lich ohne Gewähr für den kon­kre­ten Ein­zel­fall.

  • Je dre­cki­ger es unter dem Tisch ist, des­to bes­ser. Ja, das hört sich erst mal komisch an. In den „typi­schen” gute, spa­ni­schen Bars ist das aber fast immer der Fall gewe­sen. In den Tou­ris­ten­fal­len ist hin­ge­gen immer alles sehr sau­ber.
  • Es kann ein schlech­tes Zei­chen sein, wenn man gro­ße Wer­bung für Pael­la ent­deckt. Pael­la stammt aus Valen­cia und wird pri­mär dort geges­sen. (Für die­se Regi­on gilt die­ser Hin­weis also natür­lich nicht.) Gro­ße Hin­weis­schil­der für Pael­la sind mei­ner Erfah­rung nach ein gutes Zei­chen für (Tief­kühl-) Tou­ris­ten­ge­rich­te. Ich habe sie auch prak­tisch immer nur in Tou­ris­ten­hoch­bur­gen gese­hen. (In Valen­cia war ich bis­her noch nicht.)
  • Vor­sicht vor gedeck­ten Tischen. Wenn ein Tisch bereits fer­tig gedeckt ist, wird oft eine Pau­scha­le für das Gedeck berech­net (1−2 Euro, auf den Begriff cubier­to in der Spei­se­kar­te ach­ten.)
  • Wenn man nur eine Klei­nig­keit essen will, soll­te es in der Bar eine Bar geben. Dort gibt es in der Regel auch typi­sche und güns­ti­ge Gerich­te wie Boca­dil­los, Tor­til­las oder Tapas. Oft kann man dort auch die Men­ge wäh­len. Also etwa eine „Tor­til­la Españo­la” als „Tapa” (wenig auf einem klei­nen Tel­ler, dafür sehr güns­tig), „1/2 Ración” (mitt­le­rer Tel­ler) oder Ración (viel!) bestel­len.

Zusätz­lich soll­te man natür­lich noch auf all­ge­mei­ne Eigen­schaf­ten ach­ten; etwa, dass ein Restau­rant wahr­schein­lich nicht so gut ist, wenn die Spei­se­kar­te sehr umfang­reich ist (was oft auf Tief­kühl­ge­rich­te hin­aus­läuft). Wenn mir noch wei­te­res dazu ein­fal­len soll­te, wer­de ich die­sen Bei­trag aktua­li­sie­ren. Wenn dir dazu etwas ein­fällt, schrei­be es doch gleich als Kom­men­tar dazu.

Meckern

Deutsche Spezialität, die mir nach gerade mal 1 Stunde hier auffällt: Meckern und Nörgeln. Das bin ich gar nicht mehr gewohnt. #Mentalität

(Ursprungst­weet)

Wieder zu Hause

Das war’s. Wo ist die Zeit hin­ge­gan­gen? Ich bin doch erst vor ein paar Wochen nach Madrid gezo­gen, oder?! Ich bin wie­der zu Hau­se.

Es ist ein komi­sches Gefühl; eine Mischung aus Tren­nungs­schmerz von einer Stadt und vie­len wun­der­ba­ren Men­schen, die ich ken­nen­ler­nen durf­te, und dem guten Gefühl, wie­der in ver­trau­ter Umge­bung zu sein. Mit eben­falls vie­len wun­der­ba­ren Men­schen, auf die ich mich min­des­tens genau­so freue, wie ich es bedau­re, hier ande­re Men­schen „zurück zu las­sen” (?). Es ist trau­rig zu gehen und schön, wie­der zu kom­men. Komisch.

Aber es ist auch nicht wirk­lich ein „har­tes Ende”. Ich wer­de sicher­lich noch etli­che Male nach Madrid flie­gen und dort vie­le Leu­te wie­der­se­hen. Zudem freut es mich, dass eini­ge dem­nächst nach Deutsch­land kom­men wer­den, für Prak­ti­ka und um zu arbei­ten. Arbeit gibt’s in Spa­ni­en ja aktu­ell nicht gera­de aus­rei­chend, beson­ders für jun­ge Men­schen. Ich wer­de hier also schon in eini­gen Mona­ten eini­ge Men­schen wie­der­se­hen — die sogar um die Ecke im Rhein-Main-Gebiet woh­nen wer­den. Eine wird wahr­schein­lich sogar in Darm­stadt arbei­ten. Prak­tisch! 🙂

Die­ses Blog wer­de ich wei­ter­füh­ren. Ich habe noch vie­le Noti­zen, aus denen Bei­trä­ge ent­ste­hen sol­len. Ich ärge­re mich etwas über mich selbst, dass ich im Juni nicht mehr die Zeit und Lust gefun­den habe, dass alles noch zu schrei­ben. Naja.

Einen aus­führ­li­chen Rück­blick will ich noch schrei­ben. Die Zusam­men­fas­sung wird sein: Es hat sich alles gelohnt. Und es war ins­be­son­de­re eine exzel­len­te Ent­schei­dung, alles ohne „Hil­fe” des Fach­be­reichs selbst zu machen.

Jetzt brau­che ich erst mal etwas Ruhe zur „Neu­or­ga­ni­sa­ti­on”. Zum Ankom­men in „der Ver­gan­gen­heit” (von der Umge­bung her). Irgend­wie fühlt es sich so an. Dabei wird die Zukunft auch in „alter Umge­bung” sicher­lich nicht mehr so wer­den, wie die Ver­gan­gen­heit dort war. Naja. Mal sehen.

Die Hefe gärt

Wie ange­kün­digt hat die Bewe­gung 15M letz­ten Sonn­tag die Puer­ta del Sol geräumt. Jeden­falls größ­ten­teils. Unge­fähr zwei dut­zend Zel­te sind noch zu sehen und es soll noch eini­ge Tage ein klei­ner Info-Stand blei­ben. An eini­gen Stel­len liegt noch gesam­mel­ter Müll. Auf der Ver­samm­lung vom letz­ten Diens­tag, auf der der Abzug (bzw. „Umzug” in die Vier­tel; sie­he unten) beschlos­sen wur­de, wur­de ange­kün­digt, die Sol sau­be­rer zu hin­ter­las­sen als sie vor­her war. Größ­ten­teils wur­de das Wort gehal­ten; selbst die Glas­fa­sa­de eines Metro-Ein­gangs strahlt in neu­em Glanz. (Ich gehe davon aus, dass der rest­li­che Müll dem­nächst eben­falls von der Bewe­gung ent­fernt wird.)

Im fol­gen­den sind eini­ge Ein­drü­cke von heu­te fest­ge­hal­ten.

Am Fuße der zen­tra­len Rei­ter­sta­tue von Karl III. von Spa­ni­en befin­det sich nun eine offen­bar von der Bewe­gung instal­lier­te „Gedenk­ta­fel” mit der Auf­schrift „Wir schla­fen. Wir erwa­chen.” (Dar­un­ter steht etwa „Genom­me­ner Platz”, eine Anspie­lung auf den eben­falls ver­brei­te­ten Namen der Initia­ti­ve Toma la pla­za.)

An eini­gen Wän­den, meh­re­re Meter lang und ca. 2 Meter hoch, erin­nern unter ande­rem Wün­sche, For­de­run­gen und Rück­bli­cke an die Beset­zung der Sol. (Auf das Pho­to kli­cken für vol­le Grö­ße; eini­ges steht auch auf Eng­lisch dort.)

Obi­ges ist das ein­zi­ge noch an der Rei­ter­sta­tue hän­gen­de Pla­kat, das an die Bewe­gung erin­nert. Freie Über­set­zung (auf die Schnel­le und ohne Gewähr, vor allem der drit­te Absatz ist so nicht ganz rund) des Tex­tes von Rafa­el G.:

Die Hefe

Die Jugend­li­chen aller Län­der und Ras­sen,
an einem Mai-Tag des ver­gan­ge­nen Zeit­al­ters,
ver­schwan­den in einem lan­gen Win­ter­schlaf.

Sie gru­ben die Blu­men frü­he­rer Mai-Tage aus;
sie stürz­ten auf zur Erobe­rung auf die Stra­ßen und Plät­ze,
teil­ten gemein­sa­me Illu­sio­nen und ver­ges­se­ne Uto­pi­en,
und gaben der Welt eine schö­ne Lek­ti­on:
‚Wir sind die Hefe, die den Brot­teig wach­sen lässt.’

Kin­der und Enkel­kin­der von ande­ren, frus­trie­ren­den Uto­pi­en,
erho­ben sich aus den kar­gen Boden der Schan­de,
für ver­damm­te Bewoh­ner ohne Gewis­sen.
Und es spros­sen jene alten Kör­ner,
die mit so viel Lie­be ande­re Jugend­li­chen ansteck­ten.
In die­sen Stra­ßen, Plät­zen und Alle­en.

Die­se Jugend­li­chen tra­gen die Zukunft in ihren Adern,
bereit, für ihre Nach­kom­men,
eine gerech­te­re, glei­che­re­re Gesell­schaft zu schaf­fen;
Eine Gesell­schaft, frei von Blut­saugern und Oppor­tu­nis­ten.
Sie sind nicht so alt und doch schon erwach­sen.

Die Hefe, die den Brot­teig wach­sen lässt.’”


„Wir sehen uns in den Stadt­vier­teln!” — Es soll wei­ter­hin Ver­samm­lun­gen geben, um das Poten­ti­al auf­recht zu erhal­ten. Aller­dings dezen­tral in den Stadt­vier­teln. Lei­der hab ich auch das letz­te Tref­fen am Sams­tag ver­passt, aber ich will da noch mal hin­ge­hen. Wobei ich, wie ich im letz­ten Bei­trag schon schrieb, vor Herbst nichts span­nen­des mehr erwar­te.