Pause

Nachdem ich wieder in Deutschland lebe und mein Aufenthalt in Madrid Vergangenheit ist, gibt es hier erstmal nicht viel zu erzählen. Spanisch lerne ich aktuell nur nebenher durch Filme oder Serien. Ich werde aber sicherlich noch oft Male nach Spanien fliegen (eventuell schon 2012 wieder) und langfristig sicherlich auch nach Südamerika. Zu diesen Zeiten werde ich dieses Blog wieder aktiv nutzen – oder schon ab und zu früher, sobald ich mich wieder aktiv mit der Spanischen Sprache auseinandersetzen werde. (Wobei ich aktuell meinen Fokus auf dem Lernen von Portugiesisch habe.)

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Toledo

Fünf bis sieben Mal fuhr ich während meines Aufenthalts in Madrid ins nahe Toledo – der alten Hauptstadt der kastillischen Krone. Von Madrid aus kann man es mit Fernbussen in gut einer Stunde erreichen (für 8 Euro hin- und zurück) und ist definitiv mehr als nur eine Reise wert. Die Altstadt liegt auf einer Anhöhe, die von drei Seiten von dem Fluss Tajo (gesprochen: Tacho) umflossen wird. Außer wenigen Plätzen ist die Stadt verwinkelt und voller enger Gassen mit altertümlichen Häusern und teils sehr aufwendig gestalteten Fassaden. Die engen Gassen sorgen auch dafür, dass sich die Luft dort nicht zu sehr erhitzt. Abwechslung von dem Stadtkern gibt es am Ufer des Tajo, durch den man am Fuße der Stadt fast einmal komplett um eben diese laufen kann. Ich mag Toledo und werde es sicherlich noch öfters besuchen. Wegen der Landschaft ist es auch photographisch dort wunderbar. Im folgenden findet ihr einige meiner Eindrücke. Leider ist Toledo auch diejenige Stadt, die meine DSLR be… hm…. „unterwassert“ hat :-(. Sobald ich wieder eine Kamera haben und mein Photoblog fertig sein wird, wird es von mir noch einen Nachschlag geben. 🙂 Weitere Photos findet ihr zum Beispiel bei flickr und im spanischsprachigen Wikipedia-Eintrag.

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Qualitätsindikatoren für Bars und Restaurants

Das Ausgehen in die allgegenwärtigen Bars und Restaurants gehört in Spanien zum Alltag. Das ist auch gerade deshalb möglich, weil Bar-Besuche und „normale“ Getränke und Speisen dort in der Regel nicht teuer sind. Gerade in Regionen mit vielen Touristen gibt es jedoch viele Touristenfallen, die teuer und / oder schlecht sind. Im Laufe der Zeit habe ich ein Auge dafür bekommen, welche Eigenschaften auf eine gute Bar hinweisen. Diese haben mir besonders in den letzten Monaten stark geholfen. Sie sind natürlich ohne Gewähr für den konkreten Einzelfall.

  • Je dreckiger es unter dem Tisch ist, desto besser. Ja, das hört sich erst mal komisch an. In den „typischen“ gute, spanischen Bars ist das aber fast immer der Fall gewesen. In den Touristenfallen ist hingegen immer alles sehr sauber.
  • Es kann ein schlechtes Zeichen sein, wenn man große Werbung für Paella entdeckt. Paella stammt aus Valencia und wird primär dort gegessen. (Für diese Region gilt dieser Hinweis also natürlich nicht.) Große Hinweisschilder für Paella sind meiner Erfahrung nach ein gutes Zeichen für (Tiefkühl-) Touristengerichte. Ich habe sie auch praktisch immer nur in Touristenhochburgen gesehen. (In Valencia war ich bisher noch nicht.)
  • Vorsicht vor gedeckten Tischen. Wenn ein Tisch bereits fertig gedeckt ist, wird oft eine Pauschale für das Gedeck berechnet (1-2 Euro, auf den Begriff cubierto in der Speisekarte achten.)
  • Wenn man nur eine Kleinigkeit essen will, sollte es in der Bar eine Bar geben. Dort gibt es in der Regel auch typische und günstige Gerichte wie Bocadillos, Tortillas oder Tapas. Oft kann man dort auch die Menge wählen. Also etwa eine „Tortilla Española“ als „Tapa“ (wenig auf einem kleinen Teller, dafür sehr günstig), „1/2 Ración“ (mittlerer Teller) oder Ración (viel!) bestellen.

Zusätzlich sollte man natürlich noch auf allgemeine Eigenschaften achten; etwa, dass ein Restaurant wahrscheinlich nicht so gut ist, wenn die Speisekarte sehr umfangreich ist (was oft auf Tiefkühlgerichte hinausläuft). Wenn mir noch weiteres dazu einfallen sollte, werde ich diesen Beitrag aktualisieren. Wenn dir dazu etwas einfällt, schreibe es doch gleich als Kommentar dazu.

Meckern

Deutsche Spezialität, die mir nach gerade mal 1 Stunde hier auffällt: Meckern und Nörgeln. Das bin ich gar nicht mehr gewohnt. #Mentalität

(Ursprungstweet)

Wieder zu Hause

Das war’s. Wo ist die Zeit hingegangen? Ich bin doch erst vor ein paar Wochen nach Madrid gezogen, oder?! Ich bin wieder zu Hause.

Es ist ein komisches Gefühl; eine Mischung aus Trennungsschmerz von einer Stadt und vielen wunderbaren Menschen, die ich kennenlernen durfte, und dem guten Gefühl, wieder in vertrauter Umgebung zu sein. Mit ebenfalls vielen wunderbaren Menschen, auf die ich mich mindestens genauso freue, wie ich es bedaure, hier andere Menschen „zurück zu lassen“ (?). Es ist traurig zu gehen und schön, wieder zu kommen. Komisch.

Aber es ist auch nicht wirklich ein „hartes Ende“. Ich werde sicherlich noch etliche Male nach Madrid fliegen und dort viele Leute wiedersehen. Zudem freut es mich, dass einige demnächst nach Deutschland kommen werden, für Praktika und um zu arbeiten. Arbeit gibt’s in Spanien ja aktuell nicht gerade ausreichend, besonders für junge Menschen. Ich werde hier also schon in einigen Monaten einige Menschen wiedersehen – die sogar um die Ecke im Rhein-Main-Gebiet wohnen werden. Eine wird wahrscheinlich sogar in Darmstadt arbeiten. Praktisch! 🙂

Dieses Blog werde ich weiterführen. Ich habe noch viele Notizen, aus denen Beiträge entstehen sollen. Ich ärgere mich etwas über mich selbst, dass ich im Juni nicht mehr die Zeit und Lust gefunden habe, dass alles noch zu schreiben. Naja.

Einen ausführlichen Rückblick will ich noch schreiben. Die Zusammenfassung wird sein: Es hat sich alles gelohnt. Und es war insbesondere eine exzellente Entscheidung, alles ohne „Hilfe“ des Fachbereichs selbst zu machen.

Jetzt brauche ich erst mal etwas Ruhe zur „Neuorganisation“. Zum Ankommen in „der Vergangenheit“ (von der Umgebung her). Irgendwie fühlt es sich so an. Dabei wird die Zukunft auch in „alter Umgebung“ sicherlich nicht mehr so werden, wie die Vergangenheit dort war. Naja. Mal sehen.

Die Hefe gärt

Wie angekündigt hat die Bewegung 15M letzten Sonntag die Puerta del Sol geräumt. Jedenfalls größtenteils. Ungefähr zwei dutzend Zelte sind noch zu sehen und es soll noch einige Tage ein kleiner Info-Stand bleiben. An einigen Stellen liegt noch gesammelter Müll. Auf der Versammlung vom letzten Dienstag, auf der der Abzug (bzw. „Umzug“ in die Viertel; siehe unten) beschlossen wurde, wurde angekündigt, die Sol sauberer zu hinterlassen als sie vorher war. Größtenteils wurde das Wort gehalten; selbst die Glasfasade eines Metro-Eingangs strahlt in neuem Glanz. (Ich gehe davon aus, dass der restliche Müll demnächst ebenfalls von der Bewegung entfernt wird.)

Im folgenden sind einige Eindrücke von heute festgehalten.

Am Fuße der zentralen Reiterstatue von Karl III. von Spanien befindet sich nun eine offenbar von der Bewegung installierte „Gedenktafel“ mit der Aufschrift „Wir schlafen. Wir erwachen.“ (Darunter steht etwa „Genommener Platz“, eine Anspielung auf den ebenfalls verbreiteten Namen der Initiative Toma la plaza.)

An einigen Wänden, mehrere Meter lang und ca. 2 Meter hoch, erinnern unter anderem Wünsche, Forderungen und Rückblicke an die Besetzung der Sol. (Auf das Photo klicken für volle Größe; einiges steht auch auf Englisch dort.)

Obiges ist das einzige noch an der Reiterstatue hängende Plakat, das an die Bewegung erinnert. Freie Übersetzung (auf die Schnelle und ohne Gewähr, vor allem der dritte Absatz ist so nicht ganz rund) des Textes von Rafael G.:

Die Hefe

„Die Jugendlichen aller Länder und Rassen,
an einem Mai-Tag des vergangenen Zeitalters,
verschwanden in einem langen Winterschlaf.

Sie gruben die Blumen früherer Mai-Tage aus;
sie stürzten auf zur Eroberung auf die Straßen und Plätze,
teilten gemeinsame Illusionen und vergessene Utopien,
und gaben der Welt eine schöne Lektion:
‚Wir sind die Hefe, die den Brotteig wachsen lässt.‘

Kinder und Enkelkinder von anderen, frustrierenden Utopien,
erhoben sich aus den kargen Boden der Schande,
für verdammte Bewohner ohne Gewissen.
Und es sprossen jene alten Körner,
die mit so viel Liebe andere Jugendlichen ansteckten.
In diesen Straßen, Plätzen und Alleen.

Diese Jugendlichen tragen die Zukunft in ihren Adern,
bereit, für ihre Nachkommen,
eine gerechtere, gleicherere Gesellschaft zu schaffen;
Eine Gesellschaft, frei von Blutsaugern und Opportunisten.
Sie sind nicht so alt und doch schon erwachsen.

‚Die Hefe, die den Brotteig wachsen lässt.'“


„Wir sehen uns in den Stadtvierteln!“ – Es soll weiterhin Versammlungen geben, um das Potential aufrecht zu erhalten. Allerdings dezentral in den Stadtvierteln. Leider hab ich auch das letzte Treffen am Samstag verpasst, aber ich will da noch mal hingehen. Wobei ich, wie ich im letzten Beitrag schon schrieb, vor Herbst nichts spannendes mehr erwarte.